Wir Landeier

Wer sagt’s denn – gleich an der Ecke unserer neuen Wohnung finden wir einen Parkplatz. Aber natürlich dürfen wir da nicht dösig stehenbleiben wie einst vor unserer Doppelhaushälfte. Mission für den Gatten: die unverzügliche Besorgung eines Anwohnerparkausweises. Im nahen Bürgerbüro. Mission scheitert. Denn wir müssen uns erst ummelden, und dafür hatten wir kein Ticket gezogen. Oder so. Im Internet bemühen wir uns um eine baldige Terminvereinbarung – geht nur mittwochs um 9.55 Uhr im Dienstleistungszentrum hinterm Bahnhof, Willi-Becker-Allee. „Das kenn ich“, meint der Gatte, aber da hat er sich geirrt. Wir stehen an der Ludwig-Erhard-Allee, und unser Navi kennt Willi Beckers Allee auch nicht, weil es, wie wir erst später bemerken, noch auf Oberkassel eingestellt ist. Landeier suchen eine Adresse in der Großstadt… Es ist bereits 9.55 Uhr, als ich den Pförtner in der Sicherheitsschleuse des nächstgelegenen Büros nach dem Weg frage, und als wir kurz nach 10 Uhr endlich im Dienstleistungszentrum auf der anderen Seite des Bahnhofs abgekommen sind, ist unser reservierter Termin schon vorbei, verloren, passé. Wir ziehen ein neues Ticket und warten mit resignierten Scharen anderer Asylbewerber auf unsere Chance. Zum Glück hat die Beamtin, zu der wir schließlich vordringen, Mitleid mit uns und reserviert uns für den nächsten Tag auch noch den hochwichtigen Termin beim Straßenverkehrsamt. Auf dem Ummeldeformular hat sie unter „Früher wohnhaft in der Gemeinde“ ein „Nein“ angekreuzt. Ich protestiere. Schließlich bin ich hier geboren, und wir haben unser Leben in Düsseldorf verbracht, ehe wir Ende 1997 ins Allgäu zogen. Aber das, sagt die Expertin, ist schon zu lange her: „Das kann ich nicht mehr verbinden.“ Aha. Alles auf Zero.

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Artikel

Kunst

Wer bietet mehr? Die schicken People von der Kunstfront sind schon ganz erschöpft.
Die Macht des roten Mohns Der Mann aus dem Norden liebte die Blumen: „emporsprießend, blühend,
Die Kraft der Schatten Manchmal ist das Schicksal eines Künstlers so übermächtig, dass man erst einmal davon berichten muss.
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Literatur

Das Schicksal kann sich täuschen Sorry, ich habe den neuen Kehlmann erst gestern ausgelesen. Ein bisschen spät, ich weiß.
Liebe, Wahrheit, Freiheit und Krebssuppe Man könnte natürlich zum Eiffelturm fahren. Pardon, Madame, das ist nicht originell!
Weiße Feder gefunden Eigentlich traut man sich ja nicht, etwas Fieses über die Bücher von Paulo Coelho zu schreiben.
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Lebensart

Spieglein, Spieglein ... Hallo, Sie da, zeigen Sie sich mal! Die Zeiten der vornehmen Zurückhaltung sind passé.
Her mit der Glückstüte Irgendwann muss es ja geschehen sein. Ohne es zu bemerken,
Schluss mit hektisch So ein Samstag hat es in sich. Keiner muss ins Büro. Aber alle wissen, was sie zu tun haben:
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Reise

Ostfriesisch herb Jeder hat so seine eigene Vorstellung von einer Insel. Wer unter Palmen träumen will, blumenbekränzt, der wäre auf Juist ganz fehl am Platze.
Madam braucht keine Schuhe Nachtfrost droht. Da kann man ja schlecht barfuß laufen.
Ganz schön aufgetakelt Diese Sportler denken immer nur an das Eine. „Kann ich denn da laufen“,
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Glosse

Eher still Kürzlich beschwerte sich eine Leserin, dass wir an dieser Stelle immer nur über das Leben verheirateter Menschen zu berichten hätten.
Büroseufzer Sie ist so nett, unsere neue Technik. Sie lässt den Menschen nicht länger allein mit seinem Unvermögen.
Boutiquenzwang Es soll ja Frauen geben, die das Einkaufen hassen.
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Portrait

Das Mädchen und die Macker Werte Herren, entspannen Sie sich! Attacken auf Alice Schwarzer,
Auch die Kunst braucht einen Macher Er ist Schlossherr in Mochental. Dort, auf dem grünen Hügel bei Ehingen,
Immer nur lächeln Man kann die Geschichte des Hoteliers Hermann Bareiss nicht erzählen
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